Es ist nur eine leichte Übertreibung, zu behaupten, dass Peter Drucker zu den wenigen Personen in der jüngeren Geschichte zählt, die zwar kaum jemand kennt, ohne deren Denken und Modelle sich aber die moderne soziale Welt kaum erklären lässt.


„Die Erwartungen der Öffentlichkeit an Ihr Unternehmen waren niemals größer. … Die Gesellschaft verlangt, dass Firmen ... einem gesellschaftlichen Zweck dienen. Um auf lange Sicht hin erfolgreich zu sein, genügt es nicht, einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Ein Unternehmen muss auch zeigen, dass es einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leistet - und damit allen zugutekommt: den Stakeholdern einschließlich der Aktionäre ebenso wie seinen Mitarbeitern, den Kunden und letztlich auch der Allgemeinheit.“

Larry Fink

BlackRock CEO

Januar 2018

Offensichtlich leben heute alle Führungskräfte in einer Welt, die vom Management-Vordenker Peter Drucker geprägt wurde. Larry Finks Brief an seine Kunden und Mitarbeiter enthält Sätze, die fast genauso vor Jahrzehnten von Peter Drucker formuliert wurden:

  • Management ist „das Organ, das eine menschliche Horde in ein organisiertes Gebilde und menschliche Bemühungen in Leistungen verwandelt“.
  • Management hat eine gesellschaftliche Funktion.
  • Management ist die wichtigste Institution für die Entwicklung der modernen Gesellschaft.
  • ”Performing, responsible management is the alternative to tyranny and our only protection against it”.
  • „In the next society, the biggest challenge for the company … may be its social legitimacy.“

Schlüsselthemen zum Management, auf die Peter Drucker aufmerksam machte:

  • Management handelt von Menschen.
  • Management hat die Aufgabe, Menschen zu ermöglichen, gemeinsam Leistung zu erbringen, Stärken zu nutzen und Schwächen zu kompensieren. Das ist der Zweck jeder Organisation, und das ist auch der Grund, warum dem Management eine so entscheidende Rolle zukommt
  • Die Managerin und der Manager einer leistungsfähigen Organisation mag Menschen.
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt.
  • Am Anfang steht der Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen.
  • Management das Unternehmen und jeden einzelnen Mitarbeiter befähigen, zu wachsen und sich den veränderten Notwendigkeiten und Möglichkeiten zu entwickeln.
  • Die Ergebnisse der Organisation existieren nur außerhalb: ein zufriedener Kunde, ein geheilter Patient, ein gebildeter Schüler oder Student, ...
  • Manager sind auf die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zur Ausübung gesellschaftlicher Verantwortung angewiesen. Niemand kann alleine entscheiden, was „Good Leadership“ und „gut“ für die Gesellschaft ist.

Die gesellschaftlichen Schlüsselfragen im modernen Management:

 

  • Wie können wir den minimalethischen Grundsatz des Managements, „schade niemand wissentlich“ für uns umsetzen?
  • Wie definieren wir unsere gesellschaftliche Verantwortung?
  • Von der Legalität zur Legitimität?
  • Nicht nur das Nützliche ist ehrenwert, sondern auch das Ehrenwerte kann nützlich sein. (Tocqueville)
  • Wie erreichen wir eine hohe interne Vielfalt in unserer Organisation, um Krisen besser bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorgehen zu können.
  • Wie stärken wir die Beziehungen zu unseren regionalen und internationalen Nachbarn?
  • Gute Nachbarschaft und Networking hat eine ebenso wichtige Bedeutung wie gute Führung.
  • Ist unser Führungs- und Organisationsmodell noch zeitgemäß? Was lernen wir von den nächsten Generationen und von den zivilgesellschaftlichen Akteuren?
  • Wie nehmen wir die Vorbildrolle des Managements in der politischen Kultur wahr?